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Der Sportbetrieb bei der VT Rinteln startet unter erschwerten Bedingungen

Der Sportbetrieb bei der VT Rinteln startet unter erschwerten Bedingungen

Foto: Hilfestellung beim Kinderturnen ist untersagt. Zudem sind die Hallen noch geschlossen.

Für die Sportvereine ist es im Moment nicht leicht. Strenge Hygiene- und Abstandsvorschriften müssen eingehalten werden. Durch die Corona-Pandemie kam das Vereinsleben in den letzten zwei Monate zum Erliegen. Nun sind erste Lockerungen von der Politik beschlossen worden, der Sportbetrieb wird so langsam wieder hochgefahren. Auch bei der VT Rinteln geht es weiter. „Aber unter erschwerten Bedingungen“, berichtet Sport-Vorstand Karin Lincke de Koekkoek.

Die Chefin des Sportbetriebes beim größten Verein in der Weserstadt kämpft sich durch die Richtlinien der einzelnen Verbände und prüft die Trainingsvorgaben auf ihre Durchführbarkeit für die VT Rinteln. Die Kreissporthalle ist geschlossen, damit stehen Toiletten und Waschbecken zum Händewaschen für die Sportlerinnen und Sportler nicht zur Verfügung. „Ohne das Weser-Fit sehe es schlecht aus“, weiß Lincke de Koekkoek. Aber auch die Grundschulhallen seien geschlossen, sodass genügend Desinfektionsmittel mitgeführt werden müsse. Alle Übungsleiterinnen und Übungsleiter sind genau instruiert worden, die Hygiene- und Abstandsvorschriften penibel umzusetzen. „Stichproben sind vom Landkreis und vom Ordnungsamt jederzeit möglich. Und bei Verstößen oder bewussten Zuwiderhandlungen kann der Sportbetrieb für den gesamten Verein bis zum Ende der Corona-Krise eingestellt werden“, verrät die 51-Jährige.


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Der Außenbereich an der Burgfeldsweide steht der VT Rinteln erst ab 14 Uhr zur Verfügung. Dabei ist der A-Platz nicht benutzbar. „Das ist eher eine Kuhwiese. Viele Löcher sind auf dem Platz, da ist die Verletzungsgefahr zu groß und deshalb ist der Platz für Laufübungen nicht zu gebrauchen“, findet die Sportchefin klare Worte. Viele Regeln muss die VT Rinteln beachten. Die Walking- und Laufgruppen dürfen den öffentlichen Raum nicht betreten, denn es gilt noch die Zwei-Personen-Regel. „Sie müssen auf der Aschenbahn mit Abstand ihre Runden drehen“, erklärt Lincke de Koekkoek. Die Basketballer trainieren auf dem kleinen Platz in Exten, die Futsaler suchen sich ein Flecken ebener Fläche auf dem Rasenplatz an der Burgfeldsweide und die Judoka gehen auf den Schulhof der IGS in der Klosterstraße. Die Rhönrad- und Kunstturnabteilung arbeitet im Freien im athletischen Bereich. „Das ist natürlich auch nicht ewig machbar, die Turnerinnen wollen wieder an die Geräte“, weiß der Sport-Vorstand. Das Weser-Fit hat einige Kurse nach draußen verlegt.

Sollten die Hallen ihre Türen in naher Zukunft wieder öffnen, ist aber auch keine Besserung in Sicht. „Wir bleiben dann weiter im Notbetrieb, sind vom Normalzustand meilenweit entfernt“, sagt Lincke de Koekkoek. Und sie verrät auch warum und gibt Beispiele. Die Trainerinnen und Trainer dürfen keine Hilfestellung leisten. „Das ist aber beim Kunst- oder Rhönradturnen dringend erforderlich“, gibt sie zu bedenken. Beim Bocksprung zum Beispiel müssen die Turnerinnen mit Mund-Nase-Masken und Abstand in der Reihe stehen, vor dem Sprung können sie dann den Mundschutz abnehmen. Das Eltern-Kind-Turnen lebt von den vielen Stationen. Die Kinder brauchen keine Masken aufsetzen, die Eltern schon und pro Familie darf nur eine Station benutzt werden. „Das bedeutet, dass eine Familie eine Stunde lang Trampolin springt, die andere sich auf dem Mattenberg vergnügt und nach Beendigung müssen alle Geräte von den Übungsleitern desinfiziert werden“, verrät Lincke de Koekkoek. Das Rope Skipping lebe vom Gemeinschaftsgefühl, doch nun sei nur Training draußen und mit Einzelseil möglich. Auch dürfen Trainer von Kindergruppen nicht bei den Senioren eingesetzt werden. „Zurzeit ist viel Improvisation gefragt. Wir versuchen unser Bestes und die Mitglieder bei Laune zu halten“, erklärt Lincke de Koekkoek, die seit 16 Jahren als Übungsleiterin bei der VT Rinteln tätig ist.

Die Sportchefin wirbt bei den Mitgliedern in dieser schweren Zeit für Verständnis und hofft, die Sportlerinnen und Sportler bei der Stange halten zu können. Bislang bewegen sich die Vereinsaustritte auch in normalen Grenzen. „Aber wir haben keine Eintritte. Eigentlich stoßen nach dem Winter immer einige Sportmotivierte dazu und treten in den Verein ein. Das fehlt nun völlig“, erklärt der Sportvorstand. Der Verein sei sehr bemüht und hoffe auf baldige Normalität.

Sport-Vorstand Karin Lincke de Koekkoek muss zahlreiche Richtlinien beachten und an die Trainerinnen und Trainer weitergeben.
Sport-Vorstand Karin Lincke de Koekkoek muss zahlreiche Richtlinien beachten und an die Trainerinnen und Trainer weitergeben.