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Lilli-Sophie Lindemann: „Wir sind nun Fische auf dem Trockenen!“

Lilli-Sophie Lindemann: „Wir sind nun Fische auf dem Trockenen!“

Foto: Für Lilli-Sophie Lindemann ist das wichtige Wassertraining aufgrund der Corona-Pandemie zurzeit nicht möglich.

Schwimmen. Die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele in Tokio in das Jahr 2021 hat weitreichende Folgen. Denn auch die Paralympics werden damit erst ein Jahr später durchgeführt. Davon betroffen ist Schwimmerin Lilli-Sophie Lindemann. Die sehbehinderte Rintelnerin hatte sich so auf die Paralympics vom 25. August bis 6. September gefreut. „Für Lilli ist eine kleine Welt zusammengebrochen. Sie ist sehr traurig“, erklärt Trainerin und Mutter Michaela Müller-Lindemann.


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Die Absage für dieses Jahr sei aber die einzig sinnvolle Maßnahme gewesen. Da ist sich das Trainerteam einig. „So können wir uns optimal auf das Großereignis im nächsten Jahr vorbereiten“, meint Müller-Lindemann. Die Corona-Pandemie hat die Schwimmer arg gebeutelt. „Das wichtige Wassertraining ist gänzlich zum Erliegen gekommen. Und das ist der Löwenanteil der Trainingsarbeit“, weiß die Trainerin. Sämtliche Trainingslager und Wettkämpfe sind bis in den Juni hinein bereits abgesagt. „So wäre eine gute und gewissenhafte Vorbereitung nicht möglich gewesen. Unter diesen Voraussetzungen wäre sogar das Erreichen der Teilnahmebedingungen sehr schwer geworden“, glaubt Müller-Lindemann. Man benötige für die Teilnahme an den Paralympics ein gewisses Punktekontingent, das sei aber ohne Wettkämpfe nicht zu erreichen gewesen. Zudem ist es sehr schwierig, einen Körper, der sich im Leistungssportmodus befindet, von 200 Prozent auf unter 100 Prozent herunterzufahren.

Die Verschiebung des Saisonhöhepunktes sorgte bei vielen Athleten für große Enttäuschung. „Einige Teamkameraden von Lilli aus dem Nationalteam leiden an Antriebslosigkeit“, berichtet Müller-Lindemann. Auch die 13-Jährige vermisst die Wettkämpfe, das Training mit ihren Freunden. Aber so langsam weicht bei der Rintelnerin die Enttäuschung. Lilli besticht mit viel Arbeit, Disziplin und Fleiß beim Landtraining und hat schon sechs Kilogramm abgenommen. „Sie hat mittlerweile einen super geformten Body“, lobt Müller-Lindemann ihre Tochter. Die Ruhe, die Familie und das Homeschoooling tun der Nachwuchsschwimmerin sehr gut. „Wir sind nun Fische auf dem Trockenen“, erklärt Lilli. Aber alle sind guter Dinge, gestärkt aus der Corona-Krise zu kommen und gute Ergebnisse bei den Paralympics im Jahr 2021 abzuliefern.

Gemeinsam mit ihrer Mutter und Trainerin Michaela Müller Lindemann (links) arbeitet die 13-Jährige sehr akribisch beim Landtraining.
Gemeinsam mit ihrer Mutter und Trainerin Michaela Müller Lindemann (links) arbeitet die 13-Jährige sehr akribisch beim Landtraining.