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Lilli-Sophie Lindemann wechselt ins Sportinternat nach Nürnberg

Lilli-Sophie Lindemann wechselt ins Sportinternat nach Nürnberg

Foto: Das Schwimmtalent Lilli-Sophie Lindemann erhält ein Stipendium und wechselt ins Sportinternat nach Nürnberg.

Schwimmen. Nun soll die Karriere von Lilli-Sophie Lindemann Fahrt aufnehmen. Die sehbehinderte Rintelnerin erhält aufgrund ihrer starken Schwimm-Leistungen in den letzten Jahren ein Stipendium und wechselt nach den Osterferien ins Sportinternat nach Nürnberg. Die 14-Jährige war vor der Corona-Pandemie eine eifrige Medaillensammlerin und mehrfache Landesmeisterin in verschiedenen Lagen. Im Jahr 2019 holte sich das Schwimmtalent bei den Deutschen Meisterschaften in Remscheid den Titel über 200 Meter Lagen und wurde Vizemeisterin über 100 Meter Schmetterling. Lilli erhielt das Ticket für die Paralympics 2020 in Tokio. Doch dann kam Corona und wirbelte alles durcheinander. Ihren letzten Wettkampf bestritt Lilli im März 2020, dann stoppte der Virus den Wettkampfbetrieb in der Sportart Schwimmen. Die Schwimmbäder mussten schließen, damit war auch für Lilli der Trainingsbetrieb stark eingeschränkt. Nun galt es zu improvisieren. Mutter und Trainerin Michaela Müller-Lindemann schrieb Trainingspläne für ihre Tochter. In den Sommermonaten spulte Lilli viele Kilometer Wassertraining im Doktorsee ab, das Techniktraining fand im Garten in einem kleinen Außenpool statt und in den Wintermonaten hatte Rintelns Sportlerin des Jahres 2019 die Möglichkeit, in einem privaten Indoorbecken ihre Bahnen zu ziehen. Das heimische Wohnzimmer wurde in ein Fitnessstudio umgewandelt. Zudem zeigte sich Lilli sehr diszipliniert beim Landtraining. „Wir haben das Beste aus der misslichen Situation gemacht“, weiß Müller-Lindemann.


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Die Rintelnerin ist ein richtiges Schwimm-Talent. Das hat auch Bundestrainerin Susanne Jedamsky erkannt. Nun kommt die 14-Jährige in einen Altersbereich, wo die sportlichen Weichen für die Zukunft gestellt werden. Schafft Lilli den Sprung in die deutsche Top-Elite oder nicht? „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, wollen ihr vorhandenes Potenzial nicht verschenken, deshalb ist der Wechsel ins Sportinternat nach Nürnberg eine einmalige Chance für Lilli“, glaubt ihre Mutter.

In Zeiten der Corona-Pandemie glich das Wohnzimmer einem Fitnessstudio.
In Zeiten der Corona-Pandemie glich das Wohnzimmer einem Fitnessstudio.

Den großen Schritt geht Lilli mit gemischten Gefühlen an. Auf der einen Seite freut sie sich riesig auf die tollen Trainingsmöglichkeiten, doch auf der anderen Seite wird ihr die Familie fehlen. „Im Sportinternat wird sie täglich trainieren und sich mit anderen Schwimmtalenten messen können“, weiß Müller-Lindemann. Natürlich fiele das Loslassen als Mutter sehr schwer. Aber die Freude sei bei beiden größer als die Skepsis. „Lilli hat dann wieder eine Struktur in ihrem Leben und das ist für sie sehr wichtig“, verrät ihre Mutter.

Wann die nächsten Wettkämpfe für Lilli anstehen, ist noch sehr ungewiss. „Wir hoffen, dass der Jugend-Ländercup nachgeholt werden kann. Da zählt Lilli zu den Top-Favoriten“, berichtet Müller-Lindemann. Und ob der Traum von einer Teilnahme an den paralympischen Spielen vom 24. August bis 5. September 2021 in Tokio realistisch sind, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. „Lilli ist sehr ehrgeizig und diszipliniert. Da würde mich nichts überraschen“, weiß ihre Mutter.

Mutter Michaela Müller-Lindemann und Lilli freuen sich auf die überragenden Trainingsmöglichkeiten.
Mutter Michaela Müller-Lindemann und Lilli freuen sich auf die überragenden Trainingsmöglichkeiten.