Lilli-Sophie Lindemann sitz auf dem Trockenen

Foto: Lilli-Sophie Lindemann hält sich auf dem Total Crunch im heimischen Wohnzimmer fit.

Schwimmen. Alles war bestens vorbereitet: Das umfangreiche Hygienekonzept stand für die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften (DKM) für Sportler mit Behinderung vom 13. bis 15. November in Remscheid. Lilli-Sophie Lindemann plante, über zehn Strecken an den Start zu gehen. Doch nach dem Lockdown sitzt die sehbehinderte Schwimmerin mal wieder auf dem Trockenen. Alle Meisterschaften fielen den Corona-Maßnahmen zum Opfer, die Schwimmhallen sind zu und so muss sich die Rintelner Paralympics-Hoffnung mit Landtraining weiter fit halten. „Sie ist sehr frustriert und traurig“, berichtet Mutter und Trainerin Michaela Müller-Lindemann.


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Im Jahr 2020 konnte Lilli-Sophie Lindemann nur an zwei Wettkämpfen teilnehmen. Bei den Internationalen Offenen Süddeutschen Schwimm-Meisterschaften in Darmstadt holte die 13-Jährige im Februar zwei Bronzemedaillen über 50 und 100 Meter Rücken. Anfang März schwamm Rintelns Sportlerin des Jahres 2019 beim 37. Internationalen Schwimm-Meeting des MTV Goslar in ihrer Paradedisziplin 100 Meter Schmetterling ebenfalls auf Rang drei. Danach fielen coronabedingt alle weiteren Schwimm-Meetings aus. Nun hofft man, dass Lilli am 5./6. Dezember in Hamm beim Internationalen Städtecup starten kann. Da die Schwimmhallen aktuell wegen der Corona-Schutzmaßnahmen zu sind, findet für die talentierte Nachwuchsschwimmerin auch das so wichtige Wassertraining nicht statt. Die 13-Jährige macht das Beste aus dieser sehr unbefriedigenden Situation und hält sich mit Kraft- und Ausdauertraining fit. „Wir hatten uns schon überlegt, unseren Außenpool wieder flott zu machen und auch zu beheizen. Aber diese Idee mussten wir verwerfen, weil der Aufwand dafür zu groß war“, erklärt Müller-Lindemann. Dafür wurde ein Total Crunch angeschafft. Das Wohnzimmer gleicht mittlerweile einem Fitnessraum. „Das Total Crunch ist ein Sportgerät, das alle Muskelgruppen trainiert“, verrät Lillis Mutter und Trainerin.

Auch der angedachte Wechsel ins Sportinternat nach Nürnberg ist durch Corona ins Stocken geraten. Zwar stehen die beiden Schulen im regen Austausch, doch die Probewoche lässt - durch die strengen Corona-Regeln in Bayern - weiter auf sich warten. „Wir hoffen, dass Lilli kurz vor Weihnachten die Elite-Sportschule mit Internat für Sehbehinderte und Blinde besuchen kann“, so Müller-Lindemann. Dieser Schritt wäre für die sportliche Entwicklung immens wichtig, glaubt ihre Mutter.