- Anzeige -

Erhard Steker: In seinen Adern fließt Benzin

Erhard Steker: In seinen Adern fließt Benzin

Foto: Erhard Steker bei einer Streckenbegehung mit Nachwuchskartfahrern.

Motorsport. Sein Leben ist der Motorsport. Als Erhard Steker das erste Mal an einer Orientierungsfahrt teilnahm, war es um ihn geschehen. Der 62-Jährige hatte seine Leidenschaft vor gut 40 Jahren gefunden. Er engagiert sich seit vielen Jahrzehnten als Jugendleiter bei der Sportfahrergemeinschaft Rinteln im ADAC, steht seit 2014 als 1. Vorsitzender an der Spitze des Vereins, kümmert sich seit sechs Jahren als Referent für Jugendsport im ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt um die Belange der Nachwuchsfahrer und ist Mitglied im Sportausschuss des größten Automobilclubs in Deutschland. Bis zu 40 Wochenenden im Jahr ist der gelernte Bauingenieur in Sachen Motorsport unterwegs. „Im vergangenen Jahr waren das ungefähr 1000 Stunden für den ADAC und 600 Stunden für die SFG ehrenamtliche Arbeit“, rechnet Steker vor. Aber er macht das gerne, denn in seinen Adern fließt Benzin.

Steker inmitten seiner vielen Helfer der SFG Rinteln im ADAC.
Steker inmitten seiner vielen Helfer der SFG Rinteln im ADAC.

Sein Bruder Jürgen sei schuld an seiner Motorsport-Leidenschaft gewesen. „Er war in den MC Bückeburg eingetreten und da habe ich mit einem Kumpel an einer Orientierungsfahrt teilgenommen und war sofort Feuer und Flamme“, erinnert sich Steker zurück. Und so trat er mit 22 Jahren in die SFG Rinteln ein. „Mein Freund Jörg Meier schleppte mich mit“, verrät Steker, der an vielen Rallyes als Fahrer und Beifahrer teilnahm. Das Rallyefahren sei vergleichbar mit dem Zehnkampf in der Leichtathletik. „Das ist die Königsdisziplin im Motorsport“, meint der SFG-Vereinschef. Man brauche eine gute Kondition, man müsse stets hoch konzentriert sein. „Jeder Fehler kann eine gute Platzierung kosten“, weiß Steker. Das Auto müsse ein Teil vom Fahrer werden. „Ich muss das Fahrzeug im Hintern spüren, genau merken, wenn das Auto weggeht. So wie mein Vorbild Walter Röhrl. Er war ein absoluter Top-Fahrer“, erklärt der 62-Jährige.


- Anzeige -

Aber sein Steckenpferd blieben die Orientierungsfahrten. „Das hat mir richtig Spaß gemacht, denn man muss nicht nur schnell, sondern auch fuchsig sein“, weiß der Familienvater. Auch heute nimmt Steker gelegentlich noch an Fahrten teil. Aber die Zeit sei begrenzt. „Dann geht es mit meiner Tochter Carolin auf Tour. Sie fährt und ich gebe die Kommandos. Das ist das einzige Mal, dass sie noch auf ihren Vater hört“, berichtet Steker mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Der begeisterte Motorsportler entwickelte großes Gefallen an der Jugendarbeit. Steker war einer der Ersten, die im Jahr 2003 eine Trainerlizenz im Motorsport ergatterten. „Dafür musste ich einen Lehrgang besuchen“, berichtet er. Denn ausgebildete Trainer seien in jeder Sportart wichtig, um den Nachwuchs zu lehren. Aktuell betreut Steker 15 Jungfahrer bei der SFG Rinteln. „Da sind zwei Kinder dabei, da habe ich schon die Mütter trainiert“, freut sich der Motorsport-Fan. Die Rintelner hatten mit Martin Neubauer einen sehr talentierten Fahrer in ihren Reihen. Der Motorsport ist aber auch eine Budgetfrage. „Man braucht viel Geld, um ganz vorne dabei zu sein“, weiß Steker. So ist Neubauer dem Verein treu geblieben und geht weiter seiner Leidenschaft im kleineren Rahmen nach.

Der 62-Jährige sagt die Zeiten der Fahrer an.
Der 62-Jährige sagt die Zeiten der Fahrer an.

Steker ist im Jahr an 35 bis 40 Wochenenden für den Motorsport im Einsatz. So lautet dann auch sein Motto: ein Wochenende ohne Motorsport ist ein verlorenes Wochenende. Er organisiert aber auch seit 1988 im Namen der Sportfahrergemeinschaft die ADAC-Fahrradturniere an den Rintelner Grundschulen. Die Planungen für das 5. SFG Rinteln Kart-Rundstreckenrennen in Reinstedt am 21. März oder den Tag des Motorsports am 29. März in Oschersleben oder für den 28. Jugend-Kartslalom am Rintelner Weseranger am 26. April laufen bereits auf Hochtouren. Dann sind wieder viele freiwillige SFG-Helfer im Einsatz. 60 Mitglieder umfasst der Verein. Und einer der Höhepunkte der Vereinsgeschichte war die Ausrichtung der Deutschen Kartslalom-Meisterschaft 2011. Erstmals fand diese Veranstaltung in Niedersachsen statt – und dann in Rinteln.

Der Vereinschef verfolgt nach wie vor das Ziel von einer eigenen SFG-Arena in Rinteln. „Das ist mein großer Traum. Ein eigener Übungsplatz für unsere Vereinsmitglieder und Nachwuchsfahrer“, gesteht Steker. Aber da sei man noch weit von entfernt. Man müsse weiter geduldig sein. „Vielleicht ergibt sich irgendwann mal eine Gelegenheit“, mutmaßt der SFG-Vorsitzende. Das Ausweichgelände in Sachsenhagen hat einen neuen Mieter. Es ist eine Spedition, die dort ihre LKWs parkt. Damit würde in diesem Jahr vermutlich der Autoslalom der SFG Rinteln ausfallen. „Wir trainieren seit vielen Jahren mit unseren Karts auf dem Firmengelände von Schäfer-Maschinenbau im Rintelner Industriegebiet. Vielen Dank auf diesem Wege an Jörg Schäfer“, ist Steker froh, seit vielen Jahren in Rinteln eine Trainingsmöglichkeit gefunden zu haben. Was macht Erhard Steker in den Wintermonaten, wenn es im Motorsport ruhiger zugeht? Der 62-Jährige ist ein begeisterter Hobbysammler von Modellen der Firma Wiking. In seinem Haus stapeln sich die Kisten mit Modellen von Autos, Schiffen, Flugzeugen und Eisenbahnen. Die Sammelleidenschaft hat er von seinem Vater Helmut geerbt. „Ich schätze, ich habe so um die 15000 Modelle bei mir stehen. Ein kleines Museum wäre ein weiterer Traum von mir“, verrät Steker. Die sehr detailgetreuen Modelle haben es ihm angetan. „Das ist ein idealer Zeitvertreib für die Wintermonate“, findet der Sammler. Doch nun freut sich Steker auf eine neue Motorsportsaison und auf viele Wochenenden in seiner fahrbaren Einsatzzentrale – seinem VW Bulli.

Der Hobbysammler besitzt kistenweise Modelle der Firma Wiking.
Der Hobbysammler besitzt kistenweise Modelle der Firma Wiking.