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Nach 43 Jahren ist Schluss: Carsten Grandt hört als Trainer auf

Nach 43 Jahren ist Schluss: Carsten Grandt hört als Trainer auf

Foto: Nach 43 Jahren im Fußball ist Schluss: Carsten Grandt hört als Trainer auf.

Jugendfußball. Der SC Deckbergen-Schaumburg verliert einen engagierten Jugendtrainer. Nach 43 Jahren am, auf und neben dem Fußballplatz hört Carsten Grandt als B-Juniorinnen-Trainer des SC auf und widmet sich nun mehr seiner Familie. „Ich gehe, wenn es am schönsten ist. Meine B-Mädels haben mir in der Bezirksliga viel Freude bereitet und ich gebe den weiblichen Nachwuchs in gute Hände. Mein Nachfolger Christian Koch ist ein super Trainer“, meint Grandt. In der vergangenen Woche wurde Grandt vom Verein und seinem Team verabschiedet. „Es gab für mich sogar die erste Sektdusche in meinem Leben – Weizen wäre mir allerdings lieber gewesen“, erzählt Grandt mit einem Augenzwinkern.

Die B-Juniorinnen des SC Deckbergen-Schaumburg verabschieden ihren Coach.
Die B-Juniorinnen des SC Deckbergen-Schaumburg verabschieden ihren Coach.

Nach zwei Schicksalsschlägen innerhalb der Familie informierte der 48-Jährige bereits in der Winterpause den Verein, dass für ihn im Sommer Schluss sei als Trainer der B-Juniorinnen in der Bezirksliga. Der Fußball ist nicht nur ein Hobby für den eingefleischten HSV-Fan, sondern eine Leidenschaft. So entwickelte sich das letzte Jahr bei den B-Juniorinnen zu einem kleinen Familienbetrieb. Tochter Emely spielte, Sohn Niclas half als Betreuer und Torwarttrainer. Doch nun musste Emely aus gesundheitlichen Gründen, die Fußballschuhe erstmal an den Nagel hängen.


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Grandt absolvierte zwar nie einen Trainerlehrgang, aber er konnte immer auf seine Erfahrungen als Spieler beim TuS Germania Hagen und den Pyrmonter Bergdörfern zurückgreifen. „Das Verteidigen lag mir im Blut, ich war Vorstopper, eine Position, die es im modernen Fußball nicht mehr gibt“, berichtet Grandt. Seine Trainerstationen waren TuS Germania Hagen, VfB Hemeringen und nun SC Deckbergen-Schaumburg. Der 48-Jährige legt im Training viel Wert auf Koordination. „Da erfinde ich manchmal auch Übungen“, verrät der Mädchentrainer. Es sei wichtig, ein Training interessant zu gestalten. Dabei stehe die Arbeit mit dem Ball im Vordergrund. „12, 13 Runden laufen ohne Ball so wie früher, das geht heute nicht, da wird den Spielerinnen und Spielern schnell langweilig“, weiß Grandt.

Der leidenschaftliche Trainer ist am Spielfeldrand immer voll bei der Sache. „Da geht es schon laut zu, aber ich ein Kumpeltyp, an ein Straftraining kann ich mich nicht erinnern. Aber natürlich werden die Fehler angesprochen“, erklärt Grandt seinen Führungsstil. Besonders erfreut sei er, wenn seine Spielerinnen, das Erlernte aus dem Training im Spiel umsetzen würden. Ärgerlich wird der 48-Jährige dagegen, wenn sein Team, das vorhandene Potenzial aus Bequemlichkeit nicht auf das Feld bringt.

Zum Abschied gibt es eine Sektdusche für den 48-Jährigen.
Zum Abschied gibt es eine Sektdusche für den 48-Jährigen.

Die neue Kooperation zwischen dem SC Deckbergen-Schaumburg und dem TSC Fischbeck im Bereich der zweiten Frauenmannschaft und bei den B-Juniorinnen ist in den Augen von Grandt ein Glücksgriff. „Gerade im Frauen- und Mädchenbereich fällt es sehr schwer, die Mannschaften mit genügend Spielerinnen voll zu bekommen“, weiß Grandt. Deshalb sei das eine super Lösung. Zudem verstehen sich die Mädels untereinander sehr gut, haben keine Scheu vor etwas Neuem.

Zusammen mit Sohn Niclas (links) trainierte Grandt die B-Juniorinnen des SC.
Zusammen mit Sohn Niclas (links) trainierte Grandt die B-Juniorinnen des SC.

Für Grandt beginnt nach so vielen Jahren im Fußball eine ungewohnte Situation. „Ich werde aber die Karriere meiner Mädels weiter verfolgen“, verspricht er. Mit Lisa Schneider und Isabell Reinhardt verstärken zwei ehemalige Schützlinge das Frauenteam des SC in der Landesliga. „Da werde ich mir einige Spiele anschauen“, ist sich Grandt sicher. Dann habe er nun auch mehr Zeit für die Pfeiferei. „Jetzt mache ich als Schiedsrichter meine 30 Dienstjahre voll“, erklärt Grandt.

Ein weiteres Hobby neben dem Fußball ist die Musik. „Ich mache gerne Musik und spiele Keyboard“, verrät Grandt. Dann stehe noch die Gartenarbeit auf seinem Zettel. „Und ich möchte mehr Zeit mit meiner Frau verbringen. Darauf freue ich mich am meisten“, erzählt Grandt zum Abschluss.

Auch Tochter Emely (rechts) spielte im Team.
Auch Tochter Emely (rechts) spielte im Team.