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Michael „Micki“ Ritter: Der Sportplatz des SV Engern ist sein zweites Zuhause

Michael „Micki“ Ritter: Der Sportplatz des SV Engern ist sein zweites Zuhause

Foto: „Micki“ Ritter (vorne) schoss viele Tore für den SV Engern.

Fußball. Einmal SV Engern – immer SV Engern. So könnte der Leitspruch von Michael Ritter heißen. Der Sportplatz des SVE ist über die Jahre hinweg für den heute 60-Jährigen zum zweiten Zuhause geworden. Über ein Jahrzehnt spielte „Micki“ – wie ihn seine Freunde und Mitspieler nennen – erfolgreich mit dem SV Engern im Fußball-Bezirk. Doch auch als Altherren- und Altseniorenspieler feierte der Fan des 1. FC Köln viele Erfolge. Zudem engagierte er sich etliche Jahre als Jugendtrainer, er war Kassierer, 2. Vorsitzender und zuletzt Fußball-Spartenleiter des SVE. Doch nun ist Schluss: Am 1. März beging „Micki“ seinen 60. Geburtstag. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Aufhören gekommen. Ich werde in meiner Funktion als Spartenleiter noch die Mannschaften und die Schiedsrichter melden und mich dann in den Fußballerischen Ruhestand verabschieden. Ich freue mich darauf, die Spiele des SVE zu besuchen und in Ruhe ein Kaltgetränk zu mir nehmen zu können“, erklärt die Engersche Vereinsikone.


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Bereits mit sechs Jahren jagte der kleine „Micki“ mit großer Begeisterung dem runden Leder hinterher – natürlich in der Jugend des SV Engern. Damals waren die Jugendteams nur in Knaben und Schüler eingeteilt. „So kam es, dass ich als Zwölfjähriger gegen heutige A-Jugendspieler ranmusste“, berichtet Ritter. Mit 17 Jahren feierte er sein Debüt in der Ersten. „Micki“ ging ab wie eine Rakete, erzielte zahlreiche Tore für den SV Engern und war ein ausgewiesener Freistoß-Experte. „Ich durfte aber die Freistöße erst schießen als Bernd ‚Bomber‘ Moch abgedankt hatte“, erinnert sich der Goalgetter. Das sprach sich rum: Ritter bekam ein sportlich interessantes Angebot vom TuS Hessisch Oldendorf und ein finanziell lukratives aus dem Lipperland. Doch „Micki“ blieb seinem SVE treu. „Wir hatten einen überragenden Zusammenhalt und ich fühlte mich pudelwohl in Engern“, sagt Ritter. Deshalb kam für ihn ein Vereinswechsel auch nie in Betracht. Nach einem kurzen Abstecher ins Mittelfeld, verlieh er als Libero der SVE-Defensive die nötige Stabilität. Zusammen mit Helmut Eßmann, Bernd Moch, Detlef Henze und Bernd Walter bildete Ritter eine super Truppe. „Mit Detlef habe ich mich blind verstanden“, erklärt „Micki“.


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Als 20-Jähriger hatte Ritter schon einen Stammplatz sicher beim Bezirksklassisten.
Als 20-Jähriger hatte Ritter schon einen Stammplatz sicher beim Bezirksklassisten.

Sein ehemaliger Mitspieler Jörg Bressem erinnert sich an einige gemeinsame Spiele. „Schon bei der zartesten Berührung, machte sich Micki platt und schrie, als ob man ihm das Bein gebrochen hätte. Aber wir wussten es ja, je lauter er schrie, desto harmloser war das Foul“, berichtet Bressem mit einem Augenzwinkern.

Der „Dauerbrenner“ des SV Engern hörte mit 32 Jahren auf. Mit 36 Jahren half er das erste Mal in der Ersten aus, mit 38 Jahren rettete er zusammen mit Helmut Eßmann die Erste vor dem Abstieg aus der Kreisliga und mit 40 Jahren spielte Ritter sogar einmal im Tor. Das Spiel in der 1. Kreisklasse beim ASC Pollhagen-Nordsehl wurde mit 3:2 gewonnen. Das endgültige Karriere-Ende ereilte Ritter im Alter von 45 Jahren. „Der Oberschenkelmuskel ist mir abgerissen. Das bedeutete das Ende meiner Fußballer-Laufbahn“, verrät der Torjäger.

Helmut Eßmann (von links), Hartmut Koy, Michael Ritter und Jörg Höfer bejubeln einen SVE-Sieg.
Helmut Eßmann (von links), Hartmut Koy, Michael Ritter und Jörg Höfer bejubeln einen SVE-Sieg.

Nun freut sich „Micki“ auf seinen fußballerischen Ruhestand, denn er möchte mehr Zeit mit seinen zwei Enkelkindern verbringen. Außerdem werde er es genießen, die Erste anzufeuern ohne das es heißt: „Micki mach mal dies oder Micki mach mal das!“ Seit 36 Jahren hält Ehefrau Christine ihrem „Micki“ stets den Rücken frei. „Sie hat beim SC Schwalbe Möllenbeck selbst mal Fußball gespielt, aber ohne ihre Unterstützung und ihren Zuspruch wäre das so nicht möglich gewesen“, bedankt sich Ritter bei seiner Christine.

Mit dieser Jugend-Mannschaft feierte Ritter als Trainer viele Erfolge.
Mit dieser Jugend-Mannschaft feierte Ritter als Trainer viele Erfolge.

Im Dream-Team des „Micki“ Ritter sind viele Weggefährten vertreten. „Wir waren ein verschworener Haufen und hatten eine gute Zeit“, erinnert er sich zurück.

Tor:
André Horstmeyer - er kam vom SV Obernkirchen, war auf der Linie bärenstark und der beste Keeper in der Bezirksklasse. Nach kurzem Beschnuppern wurden wir die besten Freunde. Er ist ein super Typ.
Abwehr:
Josef Lenort – ein echter „Wadenbeißer“, sehr schnell und ein guter Zweikämpfer. Auch heute noch sind die Fahrten mit ihm sehr spaßig.
Helmut Eßmann – zusammen mit dem „Türken“ habe ich so manche Schlacht geschlagen. Er war sehr kopfball- und zweikampfstark, die gegnerischen Stürmer haben vor ihm regelrecht gezittert.
Bernd Walter – „Bohne“ ist sehr zuverlässig und war ein genialer Techniker.
Bernd Moch – „Bomber“ spielte in den ersten zehn Minuten Vorstopper, doch dann trieb er sich überall auf dem Platz rum. Er war ein begnadeter Techniker, unser Freistoß-Experte und hatte im Bein einen richtigen Dampf-Hammer.
Frank Harting – er kam aus dem Nichts, Helmut Scheermann hat sein Talent erkannt und ihn aus der Zweiten hochgezogen.
Mittelfeld:
Frank Weiss – er war sehr ehrgeizig und verbissen, hat nie aufgesteckt und ist ein guter Freund geworden.
Jörg Höfer – wir hatten mit ihm sehr viel Spaß gehabt, er überzeugte als Techniker mit einem überragenden Auge.
Hartmut Koy – er kam aus Eisbergen und war später dann unser Kapitän, eine „Arbeitsbiene“ und großer Kämpfer.
Roger Feldmann – ein genialer Kicker und super Typ, er passte zu 100 Prozent zum SV Engern.
Rudi Debus – er hat mir sehr viel beigebracht, war ein super Techniker und hatte stets das Auge für seinen Mitspieler.
Dieter Brachvogel – der Denker und Lenker des SVE-Spiels, später auch als Libero ein extrem abgezockter Defensivstratege. Er hatte eine sehr rustikale Spielweise, manchmal mussten wir weggucken.
Stürmer:
Peter Klabunde – er war glaube ich, der schnellste Mann in Schaumburg und hat für uns viele Tore gemacht.
Thomas Geißler – ein SVE-Eigengewächs, ging dorthin, wo es weh tat und kannte keine Schmerzen.
Ansgar Ruppelt – er war wieselflink, hatte ein gutes Durchsetzungsvermögen und war ein wichtiger Faktor im SVE-Spiel.
Ede Jorasch – er war auch sehr flink auf den Beinen, hat viele Wege für das Team gemacht und so immer wieder Lücken in der gegnerischen Defensive gerissen.
Trainer:
Helmut Scheermann – er ist meine Nummer 1, bei ihm habe ich viel gelernt, aber er hat mich auch zurück auf den Boden geholt. Als 14-Jähriger holte er mich in die Kreisauswahl.
Betreuer:
Gunter Lichtfuß, Guido Flentge und Martin Keppler – alle sehr zuverlässig, super Typen und sie haben für ihre Mannschaft alles gemacht.

Heute freut sich der 60-Jährige auf seinen fußballerischen Ruhestand und auf mehr Zeit mit seinen zwei Enkelkindern.
Heute freut sich der 60-Jährige auf seinen fußballerischen Ruhestand und auf mehr Zeit mit seinen zwei Enkelkindern.