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Leo Helmert ist der Challenge-König beim SV Engern

Foto: SVE-Coach Marco Gregor krönt seinen Spieler Leo Helmert zum Challenge-König. +++ Mit Video +++

Fußball. Seit über sechs Wochen herrscht Stillstand für die Schaumburger Fußballer. Der reguläre Trainingsbetrieb ist aufgrund der Corona-Pandemie und den Kontaktbeschränkungen allerorten gestoppt. Die Trainergilde ist in zwei Lager gespalten. Die eine Hälfte hält die Spieler mit Läufen, Fahrradfahren und Challenges in Betrieb, die andere Hälfte setzt in Sachen Konditionsarbeit auf die Eigenverantwortung der Spieler.

Sehr engagiert zeit sich Marco Gregor. Der Trainer des SV Engern überlegt sich jede Woche eine neue Aufgabe für seine Spieler. „Ich möchte damit den Kontakt zu den Spielern pflegen, sie bei Laune und unter Spannung halten“, erklärt der akribisch arbeitende SVE-Coach. Ob Fahrradfahren, ein Cooper-Test, 3000-Meter-Läufe, lustige Video-Challenges, ein Körper-Work-Out über YouTube, Gregor lässt sich viel einfallen. „Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Die Kontrolle erfolgt über eine App oder Smartphone mit Videos. Ich schaue mir jedes Video der Spieler an“, berichtet der SVE-Trainer. Dann findet eine virtuelle Siegerehrung statt. „Aktuell ist Leo Helmert unser Challenge-König“, lobt Gregor seinen Nachwuchsspieler. Würden die Spieler monatelang nichts tun, dann hätte der erfahrene Trainer die Befürchtung, dass seine Jungs den Anschluss verlieren würden. Die Hausaufgaben der Spieler sind so gestaltet, dass sie verschiedene Belastungen simulieren. „Wir müssen unseren inneren Schweinehund überwinden und im körperlichen Bereich in einer guten Verfassung bleiben. Damit wir auf alles vorbereitet sind“, erklärt Gregor.


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Auch beim TSV Krankenhagen hält Trainer Dean Rusch seine Spieler unter Spannung. „Die Jungs sollen zweimal die Woche einen 8-Kilometer-Lauf bewältigen“, verrät der TSV-Coach. Aber auch Fahrradfahren von einer Strecke von 25 Kilometern oder eine dreistündige Wanderung seien in Ordnung. „Die Spieler ziehen voll mit, schicken mir per Handy die Videos von ihren Aufgaben. So halten wir auch stets den Kontakt“, erklärt Rusch.

Beim TSV Eintracht Exten setzt Trainer Steffen Führing mit Challenges kleine Reize. Laufen, Fahrradfahren oder Liegestütze – die Spieler sind mit Spaß und Freude dabei und schicken die absolvierten Herausforderungen als Video zu ihrem Trainer. Führing geht noch von einer langen Fußballpause im Amateurbereich aus. „Die Challenges werden nie das normale Mannschaftstraining ersetzen können, aber man muss ja in Kontakt bleiben und die Jungs auch emotional an den Verein binden“, meint Führing.

Eine andere Herangehensweise gibt es beim SC Auetal. Das Trainerduo Carsten Hauser und Marcel Diedler baut auf die Eigenverantwortung der Spieler. „Ein Training muss zielgerichtet sein. Da ein Ende der Fußballpause noch nicht abzusehen ist, macht die Bespaßung der Spieler in unseren Augen keinen Sinn. Da weiß jeder Spieler selbst, was für ihn das Beste ist“, erklärt Hauser.

Auch beim SC Deckbergen-Schaumburg ruht der Trainingsbetrieb. Trainer Wilhelm Sieker hält telefonischen Kontakt zu seinen Schützlingen und klopft gerade die Zukunftsabsichten der Spieler ab. „Die Kontrolle, ob die Spieler die Vorgaben machen, fehlt einfach. Da auch kein Ende der Beschränkungen in Sicht ist, kann ich die Jungs ja nicht drei, vier Monate zu privaten Läufen auffordern. Die Bereitschaft muss von jedem Spieler selbst kommen“, weiß der erfahrene Coach.

Der TSV Steinbergen setzt ebenfalls auf die Eigenverantwortung der Spieler. Trainer Afrim Sulejmani hofft auf eine baldige Lockerung der Beschränkungen. „Ich würde mich freuen, wenn wir in Kleingruppen trainieren könnten“, meint der 51-Jährige. Die Spieler halten sich im Moment auf unterschiedliche Art und Weise selbst fit. „Die einen Laufen, die anderen setzen auf Körper-Work-Out“, verrät Sulejmani.

Beim SC Rinteln gab es in der ersten Phase des Trainingsstopps für die Spieler Trainingspläne. „Das haben wir nun aber eingestellt, weil ja keiner weiß, wann es wieder losgeht. Ich kann damit vielleicht einen Zeitraum von vier Wochen überbrücken, aber nicht die Jungs so über Monate bei Laune halten“, meint SCR-Coach Uwe Oberländer. Die Frustration steigt bei den Spielern und Trainern so langsam. „Es wäre schön, wenn wir in ein paar Wochen wieder in kleinen Gruppen auf den Platz könnten“, hofft Oberländer.