- Anzeige -

Hiobsbotschaft für den starken Aufsteiger SC Deckbergen-Schaumburg

Hiobsbotschaft für den starken Aufsteiger SC Deckbergen-Schaumburg

Foto: Denis Müller ackert unermüdlich für das Team und steht bislang bei drei Saisontoren.

Fußball. Als Wilhelm Sieker die Staffeleinteilung mitgeteilt bekam, musste der Trainer des SC Deckbergen-Schaumburg schlucken. Der Aufsteiger erwischte in der 1. Kreisklasse B eine hammerharte Gruppe. Aber der SC überraschte, hielt in der neuen Umgebung richtig gut mit und belegt nach der Hinrunde den 3. Tabellenplatz. Als die Serie coronabedingt nach dem 7. Spiel unterbrochen wurde, stand in der Statistik nur eine Niederlage und nur acht Gegentore für den Liga-Neuling geschrieben. Allerdings muss der erfahrene Trainer eine Hiobsbotschaft verkraften. Bei Kapitän Pascal Wellhausen wurde ein Meniskusriss diagnostiziert. Der Führungsspieler muss operiert werden, damit droht das vorzeitige Saison-Aus.

Pascal Wellhausen (rechts) muss am Meniskus operiert werden. Dem Kapitän droht das vorzeitige Saisonende.
Pascal Wellhausen (rechts) muss am Meniskus operiert werden. Dem Kapitän droht das vorzeitige Saisonende.

Sieker ist mit der Vorstellung seiner Elf rundum zufrieden. „Die Leistungen in den Spielen, der Trainingseifer passen, das Team präsentiert sich ausgezeichnet“, findet der Trainerfuchs nur lobende Worte. Für viele Spieler sei die 1. Kreisklasse absolutes Neuland. „Wir haben einige erfahrene Kräfte, die schon höherklassig unterwegs waren, aber für die meisten ist die Spielklasse neu“, erklärt Sieker. Der SC ist eine kampfstarke Truppe. Spieler wie Michael Deisner und Lucas Göhmann bringen dann die spielerischen Elemente ein. „Wir finden über den Kampf ins Spiel. Für diesen Spruch zahle ich gerne fünf Euro ins Phrasenschwein, aber er ist für unsere Auftritte absolut treffend“, verrät Sieker.


- Anzeige -

In den ersten sechs Partien blieb der SC ohne Niederlage, trotzte dem Titelaspiranten SG Rodenberg ein 2:2-Remis ab und spielte gegen einen starken TSV Krankenhagen ebenfalls unentschieden. Erst im letzten Spiel vor der Corona-Pause erwischte es den Aufsteiger. Das Match beim Tabellenzweiten TuS Jahn Lindhorst ging unglücklich mit 2:3 verloren. „Auch da hätten wir einen Punkt verdient gehabt“, meinte Sieker. Viele Spieler haben sich in den letzten Wochen und Monaten positiv entwickelt. So avancierte Keeper Peter Braun zu „Mister Zuverlässig“. „Er ist extrem sicher, hat keine Böcke mehr in seinem Spiel und uns mit etlichen guten Paraden oft im Spiel gehalten“, lobt Sieker seine unumstrittene Nummer eins. Tim-Aaron Wagner mauserte sich in seinen jungen Jahren zum Abwehrchef. „Er ist hinten eine Bank“, weiß der SC-Coach. Im Mittelfeld hält Pascal Wellhausen den Laden zusammen. Doch der Kapitän fällt nun lange aus, wird im Dezember oder Januar am Meniskus operiert. „Das ist ein herber Verlust. Sein Ausfall können wir nur als Team auffangen“, glaubt Sieker. In der Offensive sorgt Denis Müller für ständige Torgefahr. „Er steht da, wo der Ball hinkommt und ackert viel für die Mannschaft“, erklärt der Deckberger-Trainer. Aber die größte Überraschung sind die Darbietungen von Yannic Mußmann. Den schnellen Außenverteidiger hatte Sieker vor der Serie nicht auf seinem Zettel. „Er erfüllt seine Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit und kann noch besser werden“, sagt Sieker.

Der Gewinner der Hinrunde: Eigengewächs Yannic Mußmann (rechts) glänzt als Rechtsverteidiger.
Der Gewinner der Hinrunde: Eigengewächs Yannic Mußmann (rechts) glänzt als Rechtsverteidiger.

Der SC setzt nicht auf Zauberfußball, sondern auf solide Arbeit. Mit dieser Spielweise ist der SC-Trainer einverstanden. Doch muss sein Team den nächsten Entwicklungsschritt vollziehen. „Wir müssen gegen schwächere Teams dominanter und selbstbewusster agieren. Ein Spiel gestalten und nicht nur auf die Fehler des Gegners warten“, fordert Sieker in den nächsten Jahren eine Anhebung des spielerischen Niveaus. Durch den Aufstieg aus der 2. in die 1. Kreisklasse ist der SC Deckbergen-Schaumburg auf die Fußball-Landkarte in Schaumburg zurückgekehrt. „Wir sind wieder attraktiv für Fußballer von anderen Vereinen“, freut sich der SC-Coach. So befindet sich Sieker in aussichtsreichen Gesprächen mit zwei Spielern. „Der Kontakt kam von Spielerseite“, verrät der SC-Coach. Sieker ist sich sicher, dass sein Team den Klassenerhalt schaffen wird. Der Aufsteiger hat auf den Tabellenfünften TuS SW Enzen II sechs Zähler Vorsprung. Sollte der VfR Evesen II sein Nachholspiel gegen den Vorletzten TuS Germania Apelern gewinnen, dann hätte der SC noch vier Punkte vor Rang fünf. „Wir haben ein kleines Ruhepolster, doch wir müssen in der Rückrunde weiter hoch konzentriert sein“, fordert Sieker kein Nachlassen des Aufsteigers. Denn der Trainerfuchs weiß: „Nur ein paar Prozentpunkte weniger und so werden aus Siege Niederlagen. Und wir wollen nun auch die Aufstiegsrunde erreichen“, stellt der SC-Coach unmissverständlich klar.

Tim-Aaron Wagner hat sich zum Abwehrchef gemausert.
Tim-Aaron Wagner hat sich zum Abwehrchef gemausert.