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Und nach dem Spiel gab es für „Käpt’n“ Felix Kortemeier immer die obligatorische Portion Pommes

Und nach dem Spiel gab es für „Käpt’n“ Felix Kortemeier immer die obligatorische Portion Pommes

Foto: Felix Kortemeier (Mitte) setzt sich energisch durch. Der 41-Jährige war viele Jahre der Abwehrchef der HSG Exten-Rinteln.

Handball. Felix Kortemeier ist ein Urgestein der HSG Exten-Rinteln. Der leidenschaftliche Handballer hielt bis auf einen einjährigen Abstecher in die A-Jugend der SuS Veltheim - der heutigen HSG Porta - stets seinem Verein die Treue. „Korte“ oder „Käpt’n“ wie ihn seine Mitspieler rufen, kam entweder im Rückraum oder als Kreisläufer zum Einsatz, stand aber auch in der Defensive seinen Mann und überzeugte als Abwehrchef mit einer kompromisslosen Deckungsarbeit.

Die A-Jugend mit Trainer Kestutis Zalandauskas (hintere Reihe von links), Björn Schroll, Marco Gruchel, Thorsten Hofmann, Felix Kortemeier, Stefan Waldfried, Sebastian Böhlen (vordere Reihe von links), Gökhan Kaya, Guido Bäkmann, Matthias Korf und Stefan Winter.
Die A-Jugend mit Trainer Kestutis Zalandauskas (hintere Reihe von links), Björn Schroll, Marco Gruchel, Thorsten Hofmann, Felix Kortemeier, Stefan Waldfried, Sebastian Böhlen (vordere Reihe von links), Gökhan Kaya, Guido Bäkmann, Matthias Korf und Stefan Winter.

Die Zeit als aktiver Handballer ist nach einer Hüftoperation im Mai 2020 zwar vorbei, doch der 41-Jährige übernimmt Verantwortung im Verein und trainiert die Reserve in der Regionsklasse. Zudem ist der Berufssoldat seit dieser Saison auch als Damencoach der HSG Exten-Rinteln im Einsatz. „Ich finde das richtig gut von Korte, dass er nach so vielen Jahren in der ersten Mannschaft nun Verantwortung bei der HSG übernimmt“, lobt sein langjähriger Weggefährte Christian Winter das Engagement des „Doppeltrainers“. Kortemeier ist die Zuverlässigkeit in Person und eine ehrliche Haut. „Als Vereinsvorsitzender habe ich Felix oft nach seiner Meinung gefragt und immer eine ehrliche Antwort bekommen – auch wenn sie manchmal wehtat“, erklärt Winter. Kortemeier ist das „statistische Gewissen“ der HSG. „Er kennt glaube ich jeden Spieler, der mal für die HSG auf der Platte stand. Felix kann dir genau sagen, wer vor 15 Jahren den entscheidenden Siebenmeter verwandelt hat“, ist Winter über das gute Spielergedächtnis von Kortemeier erstaunt und begeistert. „Korte“ und Winter spielten über viele Jahre gemeinsam für die HSG. „Er ist ein Pfundskerl, wir sind gute Freunde“, unterstreicht sein ehemaliger Mitspieler. Eine sehr schöne Zeit verbrachte das Duo als Spieler unter Trainer Jürgen „Eddy“ Franke. „Da gab es nach jedem Spiel für Korte im Vereinsheim bei Marion Gruchel (heute Hausmann) die obligatorische Portion Pommes“, verrät Winter. Rinteln-Sport stellt den langjährigen Abwehrchef der HSG Exten-Rinteln mit zwölf persönlichen Fragen näher vor.


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Wie bist du zu deiner Sportart gekommen?
Durch meinen Vater Hans, der damals in der VTR-Trimmgruppe aktiv war. Bernhard Kampmeier, glaube ich, hat dort beim Training Infozettel verteilt, dass eine neue Jugendmannschaft gegründet wird. Mein Vater war eigentlich Fußballer und zu Hause auf der Straße wurde auch nur Fußball gespielt, aber irgendwie bin ich beim Handball geblieben. In meiner Schulklasse haben damals alle Fußball oder Tennis gespielt. Mir hat es aber gefallen, etwas anderes zu machen als meine Mitschüler.

In welchem Alter hast du mit deiner Sportart begonnen und in welchem Verein?
Mit 9 Jahren bei der VT Rinteln.

Bei welchem Verein war die schönste Zeit in deiner Karriere und warum?
Bei der HSG Exten-Rinteln. Ich habe bis auf ein Jahr in der A-Jugend bei der SuS Veltheim, der heutigen HSG Porta, immer nur hier gespielt. Es gab zwar immer etwas andere Konstellationen, bis es zur HSG Exten-Rinteln gekommen ist, aber seit der JSG Rinteln/Exten waren es immer die gleichen Gesichter in der Sporthalle. Egal, ob vom TSV Eintracht Exten oder der VT Rinteln. In Veltheim waren wir damals mit vier Leuten aus Rinteln in der A-Jugend, da es bei uns in der Saison 1995/96 keine A-Jugend gab. Die schönsten Zeiten waren ab Sommer 1998 in der neugegründeten 1. Herren der HSG mit Jürgen „Eddy“ Franke als Trainer. In den drei Spielzeiten habe ich bei „Eddy“ eigentlich erst richtig Handball spielen gelernt, auch von meinem Mitspieler Martin Neumann habe ich in der Zeit viel gelernt. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mich diese Zeit auch menschlich sehr stark geprägt hat. „Eddy“ war nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein Riesenvorbild und eine absolute Respektsperson. Aus einer zusammengewürfelten Truppe sind in kurzer Zeit Freundschaften fürs Leben entstanden. Dazu beigetragen hat sicher auch, dass uns jeder als Abstiegskandidat gehandelt hat und wir in der 1. Saison sofort Vizemeister geworden sind und den Aufstieg in die Bezirksliga Hannover geschafft haben. In der Serie 2003/04 gab es eine neue 1. Herren mit Christian Winter, Marcus Rinke und mir als Führungsspielern, die mit den A-Junioren aus der Bezirksliga um Alexander Hänsel ergänzt wurde. Mit dem jungen Benjamin Timm hatten wir außerdem den mit Abstand besten Torwart der Kreisliga. Diese Zeit ist ebenfalls unvergessen. Anfang der 2010er Jahre kam dann Saulius Tonkunas zu uns als Trainer, da hatten wir auch nochmal eine richtige Aufbruchsstimmung und viel Spaß.

Was waren deine Stärken und Schwächen?
Ich war oft zu hitzköpfig auf dem Spielfeld und hätte gerne, einen besseren Wurf aus dem Rückraum gehabt. Meine Stärken waren meine kämpferische Top-Einstellung, der Teamgeist und die Abwehrarbeit. Eigentlich glänzen in der Abwehr die älteren und erfahrenen Spieler, als ich mit 19 Jahren in der Bezirksliga gespielt habe, war ich für den Angriff noch zu schlecht und meine einzige Chance auf Spielzeit war, mich in die Abwehr zu kämpfen und mir Respekt zu verschaffen. Dadurch bin ich in den folgenden Jahren schnell zum Abwehrchef der HSG geworden.

Die Herren-Bezirksligamannschaft in der Saison 1999/2000 mit Felix Kortemeier (hintere Reihe von links), Nils Klaue, Martin Neumann, Michael Fritz, Christian Winter, Trainer Jürgen „Eddy“ Franke (vordere Reihe von links), Marcus Rinke, Ralf Kurz, Benjamin Timm und Matthias Bünte.
Die Herren-Bezirksligamannschaft in der Saison 1999/2000 mit Felix Kortemeier (hintere Reihe von links), Nils Klaue, Martin Neumann, Michael Fritz, Christian Winter, Trainer Jürgen „Eddy“ Franke (vordere Reihe von links), Marcus Rinke, Ralf Kurz, Benjamin Timm und Matthias Bünte.

Wann hast du deine sportliche Laufbahn beendet und warum?
Im Frühjahr 2020, meine rechte Hüfte ist kaputt und ich musste mich deshalb im Mai 2020 operieren lassen. Leider konnte die Saison wegen Corona nicht normal beendet werden, dieses Ende fühlt sich etwas merkwürdig an.

Wer waren deine kongenialen Mitspieler?
Im Angriff sicherlich meine längsten Weggefährten Christian Winter und Nils Klaue. In der Abwehr stand der Mittelblock mit Marcus Rinke und Thomas Focke oft wie eine Wand. Dazu noch Benjamin Timm im Tor, mit ihm im Rücken konnten wir in der Abwehr immer sehr kompakt und zurückgezogen stehen.

Bist du heute noch sportlich aktiv? Andere Sportarten?
Aufgrund der Hüftproblematik leider nur noch spazieren gehen und etwas Krafttraining.

Was war dein sportlich größter Erfolg?
Größter ist schwer zu sagen, am schönsten war für mich die Kreismeisterschaft 2004. Wir waren eine neu formierte Mannschaft mit vielen jungen Spielern und niemand hatte mit uns als Meister gerechnet.

Gibt es ein sportliches Erlebnis, das dir immer in Erinnerung bleiben wird?
In so einer langen Zeit gibt es unzählige positive und leider auch negative Erinnerungen. Besonders ist sicherlich für mich gewesen, das Spiel im Sommer 2005 gegen die Bundesligamannschaft von GWD Minden als Höhepunkt der Saisonvorbereitung in der komplett ausverkauften Kreissporthalle Rinteln. Ich durfte unsere Mannschaft als Kapitän anführen. In meiner letzten Saison in der 1. Mannschaft habe ich 2016 mit der Schaumburgauswahl nochmal gegen GWD Minden gespielt. Ein tolles Event zum Abschluss. Allerdings musste ich noch bis zum Ende meiner aktiven Zeit jede Saison in der Ersten aushelfen, aber ich habe gerne geholfen, wenn Saulius Tonkunas mich brauchte.

Kortemeier war bis Mai 2020 als Spielertrainer der HSG-Reserve aktiv.
Kortemeier war bis Mai 2020 als Spielertrainer der HSG-Reserve aktiv.

Hast du dich auch als Trainer, Funktionär oder im Jugendbereich engagiert? Von wann bis wann und wo?
Bei der HSG habe ich schon immer andere Trainer vertreten, wenn Not am Mann war. Im Jahr 2011 habe ich den Trainerschein gemacht. Die Saison 2016/17 war die erste feste Station als Trainer bei der männlichen D-Jugend der HSG. Von 2017 bis 2020 war ich Spielertrainer der 2. Mannschaft und seit 2020 bin ich zusammen mit Dirk Hoffmeister Trainer der Reserve. Ebenfalls seit 2020 trainiere ich die Damenmannschaft der HSG.

Was machst du heute in deiner Freizeit?
Wie man sieht, nimmt der Handball immer noch sehr viel Zeit in meinem Leben in Anspruch. Ich gehe aber gerne auch spazieren.

Wie sieht dein Dream-Team aus?
Diese Liste würde eigentlich nie enden, aber stellvertretend für alle, habe ich mal ein paar Namen zusammengeschrieben.
Trainer: Jürgen „Eddy“ Franke, der beste Trainer den ich je hatte.
Linksaußen: Alexander Hänsel war damals schon von der Spielweise so ähnlich wie heute Uwe Gensheimer. Er war unser bester Torjäger, vernachlässigte aber bisweilen die Abwehrarbeit und es entstanden Löcher.
Halblinks: Alexander „Hotte“ Ermakov ist die absolute Vereinsikone der HSG und war jahrelang die Lebensversicherung im Angriff der Ersten.
Mitte: Saulius Tonkunas ist ein Spielmacher der alten Schule mit einem Superauge und zudem ein sehr guter Trainer. Leider wie ich, etwas zu hitzköpfig.
Halbrechts: Simon Witte ist ein Arbeitskollege von mir und ein kongenialer Gesprächspartner beim Fachsimpeln über unseren Sport. Er hat sogar ein paar Bundesligaspiele für GWD Minden gemacht. Leider konnten wir nie zusammen oder gegeneinander spielen.
Rechtsaußen: Matthias Wuttig war für einen Außenspieler grandios in der Abwehr und immer wichtig für die Mannschaft, auch außerhalb vom Spielfeld.
Kreisläufer: Marc „Ziege“ Müller konnte eigentlich überall spielen und ist ein absoluter Handballfachmann.
Tor: Benjamin Timm ist der beste Torwart, den die HSG Exten-Rinteln im Handball je hervorgebracht hat.
Reserve: Christian Winter ist einer der wenigen Handballer, die mit rechts und links werfen können und eine echte Stimmungskanone in jeder Mannschaft. Und dann noch Felix Kortemeier für die Abwehr.

Nach einer Hüftoperation hat das HSG-Urgestein seine Karriere beendet, bleibt aber der HSG als Reserve- und Frauentrainer erhalten.
Nach einer Hüftoperation hat das HSG-Urgestein seine Karriere beendet, bleibt aber der HSG als Reserve- und Frauentrainer erhalten.