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Die Handballer der HSG Exten-Rinteln kommen mächtig ins Schwitzen

Die Handballer der HSG Exten-Rinteln kommen mächtig ins Schwitzen

Foto: HSG-Neutrainer Markus Hochhaus bittet seine Spieler zu schweißtreibenden Trainingseinheiten.

Handball. Die Handballer der HSG Exten-Rinteln drehen ihre Laufrunden, machen Stabilisations- und Kraftübungen und kommen derzeit mächtig ins Schwitzen. Am 2. Juni bat Neutrainer Markus Hochhaus seine Mannschaft zur ersten Trainingseinheit. Und der ehemalige Handball-Profi weiß, wie eine knackige Saisonvorbereitung aussieht. Nach dem Landesliga-Aufstieg und dem Zerfall des Teams basteln die HSG-Verantwortlichen um Präsident Hanns Bäkmann am Neuanfang.

Von der Aufstiegsmannschaft ist nicht mehr viel übriggeblieben. Der Vertrag von Erfolgstrainer Saulius Tonkunas wurde nach zehnjähriger Tätigkeit nicht mehr verlängert. Der Litauer heuerte zwischenzeitlich als neuer Frauen-Coach beim Oberligisten HSG Schaumburg Nord an. Die Spieler Tomas Tonkunas, Lukas Jurys und Mindaugas Meskauskas schlossen sich dem Regionsoberligisten VfL Stadthagen an. Keeper Jonas Tödheide wechselte zum Verbandsligisten TSG Emmerthal, Aivaras Lysenko beendete seine Karriere und Arnas Tekutis verließ die HSG mit unbekanntem Ziel.


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Die HSG Exten-Rinteln setzt auf einen Neuanfang, baut auf seine talentierten Eigengewächse und ist davon überzeugt, dass Trainer Hochhaus in der Lage ist, die Youngster zu verbessern und auf ein neues Leistungsniveau zu bringen. Ohne Fleiß kein Preis: Dreimal die Woche bittet der Ex-Profi, der viele Tore als Mittelmann für die SG Flensburg-Handewitt, TV Großwallstadt, SG Leutershausen, TV Niederwürzbach und FA Göppingen warf, seine Jungs zu den schweißtreibenden Einheiten. „Wir müssen topfit sein, brauchen eine Grundbasis, um in der Landesliga bestehen zu können“, weiß der 51-Jährige.

Die Herren und A-Junioren trainieren zusammen. Regelmäßig über 20 Spieler begrüßte Hochhaus bislang zu den Übungsabenden. Das Training findet aktuell draußen statt. Trotz der Kennenlernphase müssen die Jungs an ihre Leistungsgrenzen gehen. Mit einer Laufschule, Kräftigungs- und Stabilisationsübungen macht Hochhaus die Spieler fit. „Einige gehen schon auf dem Zahnfleisch“, hat der ehemalige Bundesliga-Spieler beobachtet. Aber alle Spieler ziehen gut mit.

Im Juli soll es dann in die Halle gehen, wenn weitere Corona-Lockerungen von der Regierung beschlossen wurden. Sollten dann auch die Hygiene- und Abstandsvorschriften fallen, sieht der Vorbereitungsplan der Handballer eine intensive Vorbereitungsphase im August vor. „Dann arbeiten wir an der Athletik, machen Wurftraining und üben unsere neuen Spielzüge ein. Die Jungs sollen taktisch sehr variabel aufgestellt sein, mit vielen Defensiv- und Offensiv-Varianten“, stellt Hochhaus klar. Viele Wochen werden für die Feinarbeit draufgehen.

Das Problem der geschlossenen Kreissporthalle in den Sommerferien hat sich auch erledigt für die HSG-Handballer. Der Stammverein VT Rinteln und der Landkreis haben auf eine Lösung verständigt, dass unter bestimmten Bedingungen die Sportler, die Halle zum Training nutzen können. „Das ist eine positive Nachricht. Damit steht einer optimalen Vorbereitung nichts mehr im Wege“, freut sich Bäkmann. Die HSG Exten-Rinteln steht nach dem Aufstieg vor einer schweren Landesliga-Saison. Das junge Team gilt als Abstiegskandidat Nummer eins. Manuel Stundner, Marcel Leye, Benjamin Schumann, Sebastian Kryger, Niclas Hammelmann, Felix Oeschger, Ronan Uhlig und Alexander Ermakov, der kommissarisch bis zur nächsten Vorstandswahl den Posten des 2. Vorsitzenden bekleidet, werden die HSG führen. Die A-Junioren-Spieler erhalten komplett ein Doppelspielrecht. Der Kader von A-Junioren-Coach Michael Edling umfasst 22 Spieler. „Ich gehe davon aus, dass an jedem Spieltag mindestens fünf Nachwuchsspieler bei den Herren aushelfen werden. Deshalb melden wir nur eine A-Junioren-Mannschaft, die auf Landesebene spielen soll“, erklärt Edling. Die HSG-Verantwortlichen halten Augen und Ohren offen, möchten den Aufsteiger noch mit zwei bis drei gestandenen Herrenspielern verstärken. „Aber der Transfermarkt ist tot, viele Vereine sind aufgrund der Corona-Krise zum Warten verdammt“, weiß Bäkmann.

Hochhaus weiß um die Schwere der Aufgabe. Der Klassenerhalt käme einem Wunder gleich. Aber der neue HSG-Coach genießt von Seiten des Vorstandes das absolute Vertrauen und er bekommt genügend Zeit, um in den nächsten Jahren eine neue Mannschaft aufzubauen. „Wir hoffen, dass sich die Zuschauer mit unserer neuen Mannschaft - bestehend aus den vielen Eigengewächsen - identifiziert und auch das neue Gesicht des Teams einige neue Zuschauer in die Kreissporthalle locken wird“, so der Vereinschef. Als Abstiegskandidat Nummer eins kann die HSG befreit aufspielen. Vielleicht würden durch die Corona-Krise andere Mannschaften in finanzielle Schieflage geraten. „Die Serie muss erst einmal gespielt werden. Und sollten wir absteigen, geht die Welt auch nicht unter, dann spielen wir halt wieder in der Regionsoberliga, aber die Spieler haben viel gelernt“, sagt Bäkmann. Viel wichtiger sei es, dass der Zusammenhalt in der Mannschaft top sei und die Identifikation zwischen Team und Fans stimme.

Die talentierten A-Junioren bekommen die Chance, sich in der Herren-Landesliga zu beweisen.
Die talentierten A-Junioren bekommen die Chance, sich in der Herren-Landesliga zu beweisen.